Antisemitische Einstellungen nehmen unter Jugendlichen in Österreich zu, insbesondere bezogen auf Israel. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für empirische Sozialforschung (IFES), die im Auftrag des österreichischen Parlaments erstellt wurde. Während sich der Anteil manifester antisemitischer Einstellungen insgesamt leicht auf 13 Prozent reduziert hat, äußern junge Menschen zunehmend problematische Ansichten: 15 Prozent der unter 25-Jährigen halten etwa Berichte über Konzentrationslager für übertrieben. Besonders nach der Terrorattacke der Hamas vom Oktober 2023 nahm die Zustimmung zu israelfeindlichen Aussagen deutlich zu.
Noch stärker ausgeprägt sind antisemitische Vorurteile unter Befragten mit türkischer oder arabischer Migrationsgeschichte sowie Personen mit patriarchalischem Weltbild. Auffällig ist zudem, dass auch bei jungen Menschen mit höherer Bildung antisemitische Einstellungen zunehmen. Diese Entwicklung wird auf den veränderten Medienkonsum zurückgeführt: Jugendliche informieren sich vermehrt über soziale Netzwerke, die Verschwörungstheorien und negative Stereotype oft verstärken würden.